Verehrung (Entwicklung)

Ein Indiz für die Inkulturation von Heiligen ist die Verbreitung ihrer Namen als Ruf- und Familiennamen. Kaspar (im Mittelalter war Jaspar geläufiger, ein Begriff, der vom Französischen ins Niederrheinische und Kölnische eingedrungen war), Melchior und Balthasar breiteten sich als Namen ab dem 13./14. Jahrhundert aus. Sie werden nicht nur in Vollform und in zahlreichen Kürzeln als Vornamen übernommen, sie bilden auch Familiennamen nicht nur im deutschsprachigen Teil Europas, sondern bis in das slawische und litauische Sprachgebiet:

Aus Kaspar wird auch Kasper, Casper, Caspari, Caspers, aber auch Gaspar, Gaspari, Gasper, Jasper und Kasparek, Kasperek, Kasperski, Kasprzyk, Kasparowicz und Kaspareit.
Melchior bildet Melcher, Mellicher, Melchers und Melchert. Immerhin gab es einen Kölner Erzbischof mit einem solchen Namen: Paulus Melchers (1866–1885), der zweite Kölner Kardinalerzbischof, der – im Kampf gegen die preußische Kirchenpolitik – fünf Monate im Gefängnis verbrachte und fast zehn Jahre das Erzbistum Köln von Maastricht aus leitete. Balthasar bringt hervor: Baldas, Baldus, Baldis, Baldzuhn, Balz, Bälz, Balzel, Balzer, Baltrusch(at), Baltruweit, Baltr(us)at(is), Baltus, Bal(t)zer, Batrus, Palczar.

Die tiefe Volksverbundenheit der Heiligen Drei Könige zeigt sich in dem über Jahrhunderte entstandenen Brauchtum, von dem manche Menschen nur noch das Sternsingen zu kennen scheinen. Nachfolgend stehen erst das liturgienahe Brauchtum, dann das volksfromme Brauchtum und schließlich das Bohnenfest und die benachbarten geistlichen Narrenfeste im Mittelpunkt.

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